Test: Conway Xyron S Fix
Lange Zeit schien es, als könnten im Preisbereich unter 5.000 Euro nur Versender wie Canyon oder Rose wirklich potente E-MTBs liefern. Doch Conway bläst zum Angriff: Mit dem Xyron S Fix schicken die Niedersachsen ein Bike ins Rennen, das mit Bosch CX Gen 5, moderner Geometrie und einem Gewicht unter 24 Kilo die etablierte Konkurrenz unter Druck setzt.
Geometrie und Fahrwerk: High-End-Gene für die Mittelklasse
Ein großer Pluspunkt des Xyron S Fix ist die Geometrie. Sie ist zu 100 % deckungsgleich mit dem deutlich teureren Carbon-Topmodell Xyron LT.
- Lenkwinkel: 64 Grad (ausgeglichen durch eine spezielle Steuersatzschale trotz 160-mm-Gabel).
- Sitzwinkel: Steile 77 Grad für exzellente Klettereigenschaften.
- Laufräder: Reine 29-Zöller sorgen für Laufruhe, verzichten aber auf die Agilität von Mullet-Setups (27,5" hinten).
- Kettenstreben: Mit 453 mm recht lang, was viel Druck auf das Vorderrad bringt, in engen Kehren aber Nachdruck erfordert.
Der Antrieb: Bosch CX Gen 5 als Benchmark
Der neue Bosch CX Motor ist das Herzstück des Bikes. Mit über 600 Watt Peak-Leistung und einem extrem dynamischen Ansprechverhalten lässt er die Konkurrenz von Shimano (EP801) oder Yamaha in Sachen Software-Abstimmung hinter sich.
Besonders hervorzuheben ist das Kiox 400 Display. Dank GPS-Track-Navigation bietet es einen echten Mehrwert auf Touren. In unserem Reichweitentest knackte das System die 1.600 Höhenmeter (bei 100 kg Systemgewicht und maximaler Unterstützung) – ein respektabler Wert für den 600-Wh-Akku. Wer mehr braucht, kann den Bosch PowerMore Range Extender (+250 Wh) nachrüsten.
Für die Hörprobe empfehlen wir das Video aus dem Artikel. Der neue Motor ist deutlich leiser als sein Vorgänger. Das berüchtigte Klappern im Trail-Betrieb gehört beim Xyron S Fix der Vergangenheit an.
Ausstattung: Clevere Wahl mit kleinen Kompromissen
Conway hat das Budget dort investiert, wo es die Performance spürbar verbessert:
- Bremsen: Die Magura Gustav Pro überzeugt mit massiver Verzögerung und guter Ergonomie. Ein echter Sicherheitsgewinn.
- Schaltung: Die mechanische SRAM Eagle 90 (12-fach) ist robust und bietet 520 % Bandbreite. Ein Highlight für Vielfahrer: Die kleinen Ritzel der Kassette lassen sich einzeln tauschen – das spart bei Verschleiß bares Geld.
- Fahrwerk: Die Fox Rhythm Gabel arbeitet sensibel, stößt aber bei harten, schnellen Schlägen im Grenzbereich an ihre Grenzen. Der Dämpfer im Heck ohne Ausgleichsbehälter kann bei sehr langen Abfahrten (> 150 hm am Stück) hitzebedingt etwas Performance einbüßen.
Auf dem Trail: Laufruhe trifft Sicherheit
Dank des Gewichts von unter 24 kg und des tiefen Schwerpunkts fühlt sich das Xyron S Fix sofort vertraut an. Es ist kein nervöses Spielzeug, sondern ein Laufruhe-Monster. In schnellen, offenen Kurven liegt es satt auf dem Trail und vermittelt viel Vertrauen.
In engen Sektionen macht sich die Länge der Kettenstreben bemerkbar – hier muss der Fahrer aktiv arbeiten. Die Continental-Reifen sind im Trockenen tadellos, bei Nässe empfiehlt sich jedoch ein Upgrade auf ein Modell mit mehr Grip an der Front.
Pro
- Herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
- State-of-the-Art Motor (Bosch Gen 5)
- Sehr saubere Verarbeitung (verschlieffene Schweißnähte)
- Erwachsene Geometrie
Contra
- Akku nicht entnehmbar
- Reifenwahl für nasse Bedingungen suboptimal
- Dämpfer bei langen Abfahrten mit Hitzeentwicklung
Fazit: Fachhandel schlägt Versender-Preis?
Conway beweist, dass man kein Versender-Bike kaufen muss, um maximale Performance für unter 5.000 Euro zu erhalten. Das Xyron S Fix ist die perfekte Wahl für alle, die ein potentes E-Enduro suchen, aber den Service und die Beratung eines lokalen Fachhändlers nicht missen wollen. Es ist ein ehrliches Bike ohne echte Schwächen.






