Mahle M40 im Test
Der Mahle M40 ist ein Kraftpaket, das mit über 800 Watt Spitzenleistung die Platzhirsche von Bosch und Shimano nicht nur herausfordert, sondern auf dem Papier alt aussehen lässt. Wir haben getestet, ob der M40 die neue Benchmark für Full-Power-E-MTBs ist.
Mahle liefert Leistung satt
Der aktuelle Trend ist klar: Der Markt fordert mehr Leistung, und Mahle liefert. In unserem standardisierten Testverfahren entlockten wir dem M40 satte 810 Watt Output (bei 180 W Input). Damit schiebt der M40 deutlich kräftiger an als ein Bosch CX der 5. Generation (~700 W) und spielt in einer Liga mit dem Specialized 3.1. Das Avinox M1-System kann noch mehr leisten, aber wenn man ehrlich ist, bewegt man sich dann in einem Bereich, der in der Praxis oftmals nicht mehr relevant ist.
Der M40 in Zahlen (1.000 Hm Uphill-Check):
- Mahle M40: 21 Minuten
- Bosch CX Gen 5: 25 Minuten
- Shimano EP801: 28 Minuten
Besonders beeindruckend: Der M40 benötigt kaum Eigenleistung, um seine Muskeln spielen zu lassen. Schon bei geringem Input schiebt er massiv an und erreicht sein Leistungsmaximum bereits bei einer sportlichen, aber gut fahrbaren Trittfrequenz von 85 Umdrehungen pro Minute. Vor allem Shimano-, maxon- oder Avinox Motoren brauchen deutlich mehr Trittfrequenz, um ihre volle Leistung freizugeben. Bosch schafft das mit dem CX Gen 5 dagegen schon um die 70 Umdrehungen pro Minute an der Kurbel.
Reichweite & Effizienz: 48-Volt-Vorteil?
Trotz der spürbaren Mehrleistung gegenüber der Bosch-Konkurrenz überrascht der M40 bei der Ausdauer. Mit dem 800-Wh-Akku (Gewicht: ca. 3.900 g) erreichten wir in der höchsten Stufe 1.952 Höhenmeter. Weitere 170 Höhenmeter spult der Motor mit deutlich reduzierter Leistung ab.
Das ist nahezu deckungsgleich mit dem Bosch-System (800 Wh), obwohl der Mahle-Fahrer deutlich schneller am Gipfel ist. Ein Grund für diese Effizienz ist das 48-Volt-System, das im Vergleich zu klassischen 36-Volt-Systemen geringere Leitungsverluste aufweist. Zudem scheint der Motor perfekt auf Kadenzen um die 80 U/min optimiert zu sein.
Smart-Features: Mehr als nur rohe Gewalt
Mahle schickt den M40 mit einem Software-Paket ins Rennen, das echtes Offroad-Know-how zeigt. Besonders die Traktionskontrolle sticht hervor:
- Präzision: Über eine Rasterscheibe am Hinterrad mit 42 Messpunkten erkennt das System Schlupf sofort. Das ist deutlich genauer als ein Speichenmagnet, wie ihn z.B. die Systeme von Bosch haben.
- Funktion: Erkennt der M40 ein durchdrehendes Rad, reduziert er das Drehmoment und verlagert die Lastspitzen in den „toten Punkt“ der Kurbelbewegung. Das Ergebnis: Spürbar mehr Grip auf rutschigen Uphill-Sektionen – ein echter Sicherheitsgewinn für Einsteiger.
Weitere Highlights:
- Dynamic Overrun: Der Motor schiebt nach dem Treten intelligent nach. Wer abrupt aufhört (z.B. vor einem Hindernis), bekommt einen stärkeren Kick, um über das Hindernis zu „rollen“. Lässt man die Kurbeln langsam ausgleiten, fadet auch die Motorleistung im Nachschub ganz sachte aus.
- Auto-Hold: Steht man im steilen Hang, verriegelt der Motor das Bike gegen Zurückrollen. Hände weg vom Bremshebel – das Bike steht sicher.
- Kein App-Zwang: Ein echtes Alleinstellungsmerkmal! Alle Features und Leistungsstufen lassen sich direkt über das Display-/Controller-Menü konfigurieren.
Motorgeräusch
Wo Licht ist, ist auch Schatten – oder zumindest ein Geräusch. Der M40 ist im Uphill jederzeit präsent. Mit steigender Trittfrequenz wird der Ton hochfrequenter, bleibt aber im Rahmen der üblichen Full-Power-Motoren.
Bergab zeigt der Mahle ein für Mittelmotoren typisches Zahnradrasseln. Es ist nicht so penetrant wie das berüchtigte Klappern eines Shimano EP801, aber auf dem Trail dennoch deutlich hörbar.
Gewicht im Klassenvergleich
Mahle positioniert den M40 als sportliches System. Mit 2.700 Gramm ist der Motor rund 200 Gramm leichter als ein Bosch CX, aber deutlich kräftiger als echte Light-Motoren wie der Maxon Drive Air S.
| Motor | Gewicht | Max. Output (Test) |
| Mahle M40 | 2,7 Kilo | Über 800 Watt |
| Bosch CX Gen 5 | 2,9 Kilo | über 700 Watt |
| Maxon Drive Air S | 2,1 Kilo | ca. 500 Watt |
Wo ist der Motor verbaut?
Verbaut ist er aktuell bei kleineren Herstellern wie Kristall, Abums oder Kraftstoff. Mahle führt alle Modelle mit ihrem Motor auf der eigenen Homepage über eine Filterfunktion. Wer bereits eines dieser Räder besitzt, kann den Motor ab sofort über die App kostenfrei updaten. Über das Software-Update bekommen auch bereits ausgelieferte Motoren die Funktionen wie die Traktionskontrolle oder den Auto-Hold freigeschaltet.
Pro
- Leistungsstark
- Effizient
- pragmatisch in der Bedienung
- gut funktionierende Smart-Features
Contra
- Nur in wenigen Modellen erhältlich
- hörbar
Fazit: Der deutsche Herausforderer
Der Mahle M40 ist ein Statement. Er bietet mehr Power als der Bosch CX Gen 5, kombiniert das mit hoher 48-Volt-Effizienz und einer Bedienlogik, die den Nutzer nicht zum Smartphone-Sklaven macht. Der erste eigene Mittelmotor von Mahle leistet sich keine Schwächen und zeigt sich in der Handhabung pragmatisch. Wer ein sorgloses Powerhouse sucht, das nicht nur auf Asphalt, sondern auch im Gelände abliefert, bekommt das mit dem Mahle M40.






