Conway Xyron LT 11.0 Test
Conway wetzt für 2026 die Messer und positioniert sich als Preis-Leistungs-König im Fachhandel. Während andere Topmodelle längst die 10.000-Euro-Marke gesprengt haben, schickt Conway das Xyron LT 11.0 mit Bosch CX-Race Motor und der exklusiven Fox Podium Gabel für 8.999 € ins Rennen. Wir haben getestet, ob das 170-mm-Geschoss nur auf dem Papier glänzt oder auch auf dem Trail die Muskeln spielen lässt.
Pragmatismus trifft Performance: Die harten Fakten
Das Xyron LT zeigt sich angenehm bodenständig, wo es zählt. Der 600-Wh-Akku im Unterrohr ist entgegen dem aktuellen Trend zur festen Integration weiterhin wechselbar. Auch bei der Zugverlegung verzichtet Conway auf Experimente: Die Leitungen verlaufen klassisch durch das Unterrohr statt durch den Steuersatz – ein Segen für jeden Hobbyschrauber.
Mit einer Freigabe der Kategorie 4 und einem üppigen zulässigen Gesamtgewicht von 140 kg ist das Bike ein echtes Statement für schwere Fahrer oder Bikepark-Einsätze. Das Bike rollt konsequent auf 29-Zoll-Laufrädern; auf Geometrie-Verstellungen oder Mullet-Optionen wurde zugunsten der Stabilität verzichtet.
Handling und Gewicht im Vergleich
Mit rund 23 kg ist das Xyron LT für ein 170-mm-Enduro erstaunlich leicht. Im Vergleich dazu wiegt ein Pivot Shuttle LT (mit 800-Wh-Akku) 23,9 kg, während das Cannondale Moterra LT sogar die 25-kg-Marke knackt.
Conway schafft es, das Feature des Wechselakkus ohne Gewichtsnachteil zu integrieren. Wer noch mehr Leichtbau will, findet bei den stabilen Alu-Laufrädern und der wuchtigen Podium-Gabel sogar noch Tuning-Potenzial.
Hardware-Check: Fox Podium und TRP Power
Zwei Highlights prägen den Fahrcharakter massiv:
- Die Fox Podium Gabel: Die neue Upside-Down-Gabel bietet eine enorme Bremssteifigkeit und bleibt auch in harten Sektionen extrem spurtreu. Aber Achtung: Der Laufradausbau erfordert aufgrund der Bauweise etwas Geduld.
- TRP Evo Pro Bremsen: Die Anlage überzeugt durch feine Dosierbarkeit und brachiale Power. Besonders clever: Sie ist zu 100 % kompatibel mit Shimano-Belägen und Mineralöl.
Akku-Strategie und Hinterbau-Charakteristik
Der Hinterbau arbeitet mit einer starken Progression. Das Xyron ist kein „Staubsauger“, der Unebenheiten einfach nur wegschluckt, sondern ein sportliches Gerät mit viel Pop. Es setzt Fahrerinput direkt um und lädt zum Abziehen an jeder Kante ein.
Tipp vom Tester:
Wer mehr Reichweite braucht, kann den 600-Wh-Akku gegen den 800er tauschen. Die Reichweite steigt damit von ca. 1.600 hm auf über 2.000 hm, bei einem Mehrgewicht von nur etwa 600 Gramm.
Pro
- Überragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Bosch CX Race Motor (leise & kraftvoll)
- Wechselbarer Akku trotz geringem Gewicht
- Hohes zulässiges Gesamtgewicht (140 kg)
Contra
- Laufradausbau bei der Podium-Gabel fummelig
- Geometrie nicht verstellbar
- Lange Kettenstreben in Größe S etwas sperrig
Fazit: Ein Baller-Bolide ohne Reue
Conway liefert mit dem Xyron LT 11.0 ein Paket ab, das die Konkurrenz 2026 ordentlich ins Schwitzen bringt. Für knapp 9.000 € erhält man eine Ausstattung, für die man anderswo tief im fünfstelligen Bereich landet. Es ist kein zahmes Tourenbike, sondern ein potentes Enduro für Fahrer, die aktiv mit dem Trail arbeiten wollen. Wer eine solide Fachhandelsmarke mit echtem Race-Gen sucht, kommt an diesem Bike kaum vorbei.






