Ansage an die Konkurrenz

Conway Xyron LT 11.0 Test

Conway wetzt für 2026 die Messer und positioniert sich als Preis-Leistungs-König im Fachhandel. Während andere Topmodelle längst die 10.000-Euro-Marke gesprengt haben, schickt Conway das Xyron LT 11.0 mit Bosch CX-Race Motor und der exklusiven Fox Podium Gabel für 8.999 € ins Rennen. Wir haben getestet, ob das 170-mm-Geschoss nur auf dem Papier glänzt oder auch auf dem Trail die Muskeln spielen lässt.

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In einer Zeit, in der E-MTB-Preise oft in fünfstellige Regionen abdriften, setzt Conway ein deutliches Zeichen. Zwar haben Versender wie Rose oder Canyon starke Bikes im mittleren Preissegment, doch wer die absolute Top-Ausstattung – inklusive des begehrten Bosch CX-Race Motors und der neuen Fox Podium Gabel – sucht, musste bisher tief in die Tasche greifen.

Selbst Platzhirsch Cube verlangt für ein vergleichbares AMS 177 Hybrid rund 1.000 € mehr. US-Marken wie Pivot oder Specialized wollen dafür sogar 15.000 € haben. Conway beweist mit dem Xyron LT 11.0, dass High-End-Performance im stationären Fachhandel auch unter 9.000 € möglich ist.

Conway Xyron LT 11 Test
Das Conway Xyron LT greift die Preis-Leistungs-Haie im Bike Business schamlos an. Es liefert die maximale Ausstattung zum Kampfpreis.
Conway Xyron LT 11 Erfahrung
Nicht zimperlich. Mit 170 mm Federweg ist das Conway Xyron LT auf die grobe Gangart ausgelegt.
Cube Hybrid AMS One77
Selbst Cube ist mit seinem AMS Hybrid, das wir auch schon getestet haben, bei vergleichbarer Ausstattung ca. 1000 € teurer.

Pragmatismus trifft Performance: Die harten Fakten

Das Xyron LT zeigt sich angenehm bodenständig, wo es zählt. Der 600-Wh-Akku im Unterrohr ist entgegen dem aktuellen Trend zur festen Integration weiterhin wechselbar. Auch bei der Zugverlegung verzichtet Conway auf Experimente: Die Leitungen verlaufen klassisch durch das Unterrohr statt durch den Steuersatz – ein Segen für jeden Hobbyschrauber.

Mit einer Freigabe der Kategorie 4 und einem üppigen zulässigen Gesamtgewicht von 140 kg ist das Bike ein echtes Statement für schwere Fahrer oder Bikepark-Einsätze. Das Bike rollt konsequent auf 29-Zoll-Laufrädern; auf Geometrie-Verstellungen oder Mullet-Optionen wurde zugunsten der Stabilität verzichtet.

Bosch Powertube 600
Der 600 Wh Akku im Unterrohr lässt sich nicht nur wechseln, sondern auch gegen einen größeren 800 Wh Akku austauschen.
Conway Xyron Zugverlegung
Beim Steuersatz pfeift Conway auf Trends.
Conway Xyron Zugverlegung
Die Züge verlegen die Bayern ganz klassisch durch das Steuerrohr und nicht durch den Steuersatz.
Conway Xyron Freigabe
Die Freigabe nach Kategorie 4 und ein zulässiges Gesamtgewicht von 140 Kilo sind solide.
Conway Xyron Schaltung
Der Strom für das Schaltwerk kommt aus dem Hauptakku. Perfekt, so müssen keine kleinen "Satelliten-Akkus" geladen werden.
EMTB Enduro Test
Das Coway scheut keine Luft unter den Reifen. Der poppige Hinterbau lädt ein, auch mal abzuziehen.

Handling und Gewicht im Vergleich

Mit rund 23 kg ist das Xyron LT für ein 170-mm-Enduro erstaunlich leicht. Im Vergleich dazu wiegt ein Pivot Shuttle LT (mit 800-Wh-Akku) 23,9 kg, während das Cannondale Moterra LT sogar die 25-kg-Marke knackt.

Conway schafft es, das Feature des Wechselakkus ohne Gewichtsnachteil zu integrieren. Wer noch mehr Leichtbau will, findet bei den stabilen Alu-Laufrädern und der wuchtigen Podium-Gabel sogar noch Tuning-Potenzial.

Conway Xyron LT Test
Dezente Farben, elegante Optik. Conway weiß, wie High-End aussehn muss.
Pivot Shuttle LT
Das Pivot Shuttle LT hat einen größeren Akku und ist deshalb etwas schwerer, aber es kostet vor allem 6.000 € mehr.
Cannondale Moterra LT
Auch das Cannondale Moterra LT ist deutlich schwerer. Das Mehrgewicht von 2 Kilo gegenüber dem Xyron LT ist nicht nur auf den großen 800er Akku zurückzuführen.

Hardware-Check: Fox Podium und TRP Power

Zwei Highlights prägen den Fahrcharakter massiv:

  • Die Fox Podium Gabel: Die neue Upside-Down-Gabel bietet eine enorme Bremssteifigkeit und bleibt auch in harten Sektionen extrem spurtreu. Aber Achtung: Der Laufradausbau erfordert aufgrund der Bauweise etwas Geduld.
  • TRP Evo Pro Bremsen: Die Anlage überzeugt durch feine Dosierbarkeit und brachiale Power. Besonders clever: Sie ist zu 100 % kompatibel mit Shimano-Belägen und Mineralöl.
Conway Xyron LT Erfahrung
Wer Gas geben will, braucht ein Fahrwerk und eine Bremse, auf die er sich verlassen kann.
TRP 2.3
Der Hebel der TRP Bremse wirkt etwas klobig, liegt aber gut in der Hand und lässt sich sehr gut dosieren.
TRP 2.3
Auch der Bremssattel selbst ist kein Kunstwerk der Metallverarbeitung, aber er liefert solide Power und in Kombination mit der 2,3 mm dicken Scheibe auch eine entsprechende Standfestigkeit.
Fox Podium
Die Fox Podium Gabel ist das Symbolbild für Luxus. Sie funktioniert geil, ist aber auch schwer.
Fox Podium
Vorteil der Upside-Down-Bauweise: Oben Richtung Krone, wo die höheren Kräfte auftreten, ist sie deutlich dicker als klassische Federgabeln.

Akku-Strategie und Hinterbau-Charakteristik

Der Hinterbau arbeitet mit einer starken Progression. Das Xyron ist kein „Staubsauger“, der Unebenheiten einfach nur wegschluckt, sondern ein sportliches Gerät mit viel Pop. Es setzt Fahrerinput direkt um und lädt zum Abziehen an jeder Kante ein.

Hebelverhältnis Conway Xyron LT
Das Übersetzungsverhältnis vom Conway Xyron fällt allgemein hoch aus und fällt über den kompletten Federwegsbereich auch deutlich stärker ab als komfortorientierte Bikes wie z.B. das Cube Stereo One77 oder das Centurion no Pogo. Der Conway Hinterbau ist sehr lebendig.
Übersetzungsverhältnis Conway Xyron LT
Der kleine Luft-Dämpfer unterstreicht zudem den progressiven Charakter des Hinterbaus.
Conway Xyron LT Testbericht
Angst, dass der Fahrerinput im Heck verschwindet, muss man mit der Kinematik nicht haben.

Tipp vom Tester:

Wer mehr Reichweite braucht, kann den 600-Wh-Akku gegen den 800er tauschen. Die Reichweite steigt damit von ca. 1.600 hm auf über 2.000 hm, bei einem Mehrgewicht von nur etwa 600 Gramm.

Conway Xyron LT Erfahrung
Uphillflow: Kein Problem für das Xyron LT
Bosch CX Race
Der Bosch CX Race stellt seine Maximalleistung bei weniger Input bereits zur Verfügung als der Bosch CX ohne den Zusatz "Race".
Bosch CX Race
Das Display für den Motor ist elegant im Oberrohr integriert.
Kiox 400 C
Es zeigt nicht nur die notwendigsten Daten an. Mit dem Kiox 400 C Display kann man auch navigieren.
Bosch Mini Remote
Der Bosch Mini Remote fügt sich dezent in die Optik des Bikes ein.
Ladebuchse
Die Ladebuchse sitzt im Sattelrohr und ist spritzwassergeschützt.

Pro

  • Überragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Bosch CX Race Motor (leise & kraftvoll)
  • Wechselbarer Akku trotz geringem Gewicht
  • Hohes zulässiges Gesamtgewicht (140 kg)

Contra

  • Laufradausbau bei der Podium-Gabel fummelig
  • Geometrie nicht verstellbar
  • Lange Kettenstreben in Größe S etwas sperrig
Conway Ryvon LT
Für Supersportler: Das Conway Ryvon stellt mit unter 20 Kilo und dem Bosch SX Motor den absoluten Leichtbau in den Mittelpunkt. Einen Test gibt's auf unserem Youtube-Kanal.
Conway Xyron S Fix
Wer weniger Geld ausgeben will: Das Conway Xyron S Fix gibt es für unter 5000 € und hat ähnliche "Zutaten" wie das Topmodell. Ein Test folgt in Kürze.

Fazit: Ein Baller-Bolide ohne Reue

Conway liefert mit dem Xyron LT 11.0 ein Paket ab, das die Konkurrenz 2026 ordentlich ins Schwitzen bringt. Für knapp 9.000 € erhält man eine Ausstattung, für die man anderswo tief im fünfstelligen Bereich landet. Es ist kein zahmes Tourenbike, sondern ein potentes Enduro für Fahrer, die aktiv mit dem Trail arbeiten wollen. Wer eine solide Fachhandelsmarke mit echtem Race-Gen sucht, kommt an diesem Bike kaum vorbei.

Über den Autor

Ludwig Döhl

... hat mehr als 100.000 Kilometer im Sattel von über 1000 unterschiedlichen Mountainbikes verbracht. Die Quintessenz aus vielen Stunden auf dem Trail: Mountainbikes sind geil, wenn sie zu den persönlichen Vorlieben passen! Mit dieser Erkenntnis hat er bike-test.com gegründet, um Bikern zu helfen, ein ganz persönliches Traumbike zu finden.

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